Hast Du die "Embrace the suck" - Mentalität?


September 26, 2018 - Lesezeit: 5 Minuten

Es gibt Sätze die lassen sich einfach nicht gut ins Deutsche übersetzen. "Embrace the suck" ist so ein Satz bzw. so eine Aussage. Aber was ist damit eigentlich gemeint und warum widme ich "Embrace the suck" einen ganzen Post?

Über 147.000 Treffer unter dem hashtag #embracethesuck zeigen zu 99% Fitness- und Trainingsbezogene Fotos und Videos. Muss also was dran sein...

Wer im Gym überwiegend ernsthaft und auf ein Ziel hin trainiert, seine Ernährung entsprechend ausrichtet der weiss, dass nicht jeden Tag, jedes Workout und jede Mahlzeit zu 100% on point ist. Natürlich meine ich damit nicht, dass Du 7 von 10 Workouts verpasst oder Deine Ernährung an 5 von 7 Tagen bullshit ist. Ich spreche von den 10 - 15% einfach mal daneben gehen und die man recht schnell abhaken sollte. 

 

Sucking in numbers

 

Paul Carter (Coach, Athlet und Autor) hat einmal die "80/10/10 Regel" für Workouts definiert. Damit ist gemeint, dass

  • 80% Deiner Workouts nach Plan laufen und nicht wirklich spektakulär sein sollten = BUSINESS AS USUAL!
  • 10% Deiner Workouts besonders gut, vielleicht sogar herausragend und laufen sollten = PR BABY!
  • 10% Deiner Workouts sich nicht sonderlich gut anfühlen dürfen = Deine Gewichte fühlen sich schwerer an als normal,Du bist mehr ausser Atem als sonst = THEY SUCK!

Und genau um diese letzten 10% geht es wenn ich Dir sage:

Du brauchst eine  "Embrace the suck" - Mentalität

Denn das sind genau die 10% die Dich am Ende besser machen als zuvor. Man könnte sagen sie sind eine hinreichende Bedingung während die restlichen 90% notwendig für Deinen Erfolg sind.

 

A problem defined is a problem half solved

 

Wenn Du Dir also ein Ziel setzt solltest Du nicht nur mit Problemen auf dem Weg dorthin rechnen. Du solltest sie erwarten! Nein noch viel mehr:

DU SOLLTEST SIE BEGRÜßEN!

Genau das ist damit gemeint. Du kannst und wirst nicht in allem immer gleich gut sein. Du kannst jedoch vermeintliche Hindernisse und Schwächen identifizieren und so von vornherein damit umgehen lernen. Du sollst solche Schwächen nicht akzeptieren, jedoch sollst Du lernen zu akzeptieren, dass manche Dinge einfach länger dauern und große Ziele nicht mit wenig Aufwand in kurzer Zeit zu erreichen sind. 

 

Verfehlen ist unvermeidlich wenn Du treffen möchtest

 

  • Seit Jahren versuchst Du (Kraft)Training zu einem festen Teil Deines Lebens zu machen?
  • Seit Monaten nimmst Du Dir vor 1 Stunde früher ins Bett zu gehen?
  • Du hängst seit Wochen bei 5 Klimmzügen fest und es werden nicht mehr? 
  • Die Waage ist seit Tagen eingefroren und die letzten Kilos wollen nicht runter?

 

Failure isn't falling down but refusing to get up

 

Oben beschriebene Probleme sind weit verbreitet. Weniger häufig finden sich jedoch Menschen die solche Probleme meistern. Warum? Weil sie den entscheidenen Schritt nicht tun: sich konkret mit Lösungen auseinandersetzen. Wie wäre es also wenn

  • Du Dir professionelle (einen Personal Trainer) holst?
  • Du zunächst mit 20 Minuten früher beginnst?
  • Du Deine Trainingsfrequenz steigerst?
  • Du Dich doch mal mit dem Thema "Kalorien zählen" beschäftigst? 

Auch hier gilt "Embrace the suck" und sag JA zu den Hürden die Dir im Weg stehen. Es wird Dir helfen das große Ganze besser im Auge zu behalten und auch Rückschläge als Teil des Prozesses zu verstehen.

 

Big picture vs. small picture

 

Aber es geht nicht immer nur ums große Ganze. Eine "Embrace the suck"- Mentalität kann Dir insbesondere während bestimmter Situationen in einem Workout helfen. 

Beispiel gefällig: 

Du machst ein Tabata Workout auf dem Assault Bike.

 

  • Die ersten 20 Sekunden gehen gut
  • Die erste Pause neigt sich dem Ende und weiter gehts
  • Die zweiten 20 Sekunden sind schon nicht mehr so angenehm aber Du bekommst sie hin
  • Die zweite Pause neigt sich dem Ende zu. Jetzt zeigt sich ob Du die "Embrace the suck" - Mentalität hast oder nicht. Fängst Du genau bei 0 wieder an zu treten oder lässt Du noch 1-2 Sekunden verstreichen in der Hoffnung, dass es etwas besser wird? (Ich kann Dir sagen: so oder so, es wird nicht besser also lass es)
  • Dasselbe Szenario wiederholt sich nun für die verbleibenden Intervalle. Du hast jedesmal die Wahl: 1-2 Sekunden früher mit dem Treten aufhören und 1-2 Sekunden später wieder anfangen oder Dir sagen
  • "Embrace the suck" und versuchen so viele Kalorien wie möglich zu sammeln anstatt es Dir so einfach wie möglich zu machen
  • Am Ende wirst Du feststellen, dass längere Pausen lediglich zu einem schlechteren Resultat führen. Die gefühlte Anstrengung ist nahezu identisch. 

 

Du wirst vor allem während Kraftausdauer-lastigen Workouts wie beispielsweise in der Coach Matzen Gym Heavy-Duty Session immer wieder an diesen Punkt gelangen an dem Dir Dein Kopf sagt: Pause, Stop, Anhalten! Genau dann kannst Du an Deiner "Embrace the suck"-Mentalität arbeiten indem Du natürlich nicht im selben Tempo oder derselben Intensität weitermachst die Dich an diesen Punkt gebracht hat sondern indem Du realisierst, dass Du - anstatt komplett aufzuhören - mit geringerer Intensität weitermachen und so das Workout fortsetzen kannst was Dich am Ende nicht nur ein besseres Resultat sondern vor allem ein zufriedeneres Gefühl haben lässt. 

 

Fazit:

 

Ob kurz-, mittel- oder langfristig: Eine gesunde "Embrace the suck" - Mentalität lässt sich ebenso trainieren wie Deine Muskeln und wird Dir - nicht nur im Training - helfen Deine Ziele schneller zu erreichen. Erinnere Dich daran wenn Du das nächste mal an Deine Grenzen stößt oder einen vermeintlichen Rückschlag hinnehmen musst.

 

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